Alkohol am Arbeitsplatz - Wer ist betroffen?

Alkohol am Arbeitsplatz sollte nicht vertuscht werden: Sprechen Sie Veränderungen, die Ihnen auffallen, persönlich mit der betroffenen Person an. Je eher Sie das tun, desto besser für alle Beteiligten.

Oft erfolgt jedoch kein persönliches Gespräch: Das direkte berufliche Umfeld des oder der Konsumierenden kaschiert Fehler und leistet Mehrarbeit, damit die Probleme unentdeckt bleiben. Manchmal wird über Jahre gedeckt. Dann verfestigt sich das problematische Verhalten. Dabei zählt zum Alkoholeinfluss am Arbeitsplatz nicht nur der Konsum am Arbeitsplatz direkt. Auch der Konsum am Morgen oder die Auswirkungen von Alkoholkonsum am Vorabend können sich negativ auf die Arbeit auswirken.

Kolleginnen und Kollegen tun sich häufig schwer in der Ansprache. Der Alkoholkonsum des Arbeitskollegen oder der Arbeitskollegin ist ihnen selber unangenehm, aber mehr noch fürchten sie das Gespräch. Noch schwieriger wird es, wenn es um den Vorgesetzten oder die Vorgesetzte geht. Doch auch hier gilt: Schweigen hilft keinem! Es gibt viele Möglichkeiten und Hilfestellungen, Alkoholproblematiken am Arbeitsplatz anzusprechen.

Auch an der Führungsetage gehen Suchtprobleme nicht vorbei

Etwa 10% aller Führungskräfte sind alkoholabhängig. Zum Vergleich: bei den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen sind es 5%. Sollten Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ein auffälliges Verhalten bei einer Führungskraft bemerken, können Sie sich an ihre übergeordnete Vorgesetzte, ihren übergeordneten Vorgesetzten oder den Personal- bzw. Betriebsrat wenden. In kleinen Betrieben können Sie die Beobachtungen auch auf kollegialer Ebene ansprechen. Um vorbereitet zu sein, ist es ratsam, sich über eine angemessene Ansprache und das richtige Verhalten zu informieren. Lassen Sie sich zum Umgang mit der Führungsperson beraten. Wie in Verbindung mit den Arbeitskollegen und Arbeitskolleginnen gilt aber auch hier: Schweigen hilft keinem!

Auszubildende

Auszubildende stellen eine besondere Gruppe dar: Sie sind meist die Jüngsten im Betrieb und stehen beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule zur beruflichen Ausbildung vor großen Veränderungen und Herausforderungen. Untersuchungen zeigen, dass diesen Hürden leider zu oft mit Alkohol begegnet wird. So trinken 45% der Azubis in riskanten Mengen Alkohol. Das sind deutlich mehr als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung. Der Alkoholkonsum während der Ausbildung gefährdet dabei nicht nur die Arbeitssicherheit, die Qualität und das Arbeitsklima, sondern auch den Ausbildungserfolg – mit negativen Auswirkungen auf die Berufseinsteiger, aber auch die jeweiligen Betriebe. Durch eine betriebliche Suchtprävention, die auch diese spezielle Gruppe in den Blick nimmt, können Personalverantwortliche einen Grundstein für künftige gesunde Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen legen.