Fahrrad

Alkoholisiert auf dem Sattel – ein hohes Unfallrisiko

„Ich fahre Fahrrad statt Auto, dann kann ich trinken.“ So denken viele. Dabei blenden sie aus, dass auch Fahrradfahrende gefährliche Fehler machen, wenn sie getrunken haben. Besonders ihr Reaktionsvermögen ist deutlich eingeschränkt.

Die Folgen sind dramatisch: Jeder vierte Alkoholunfall, bei dem mindestens eine Person verletzt wird, wird durch Fahrradfahrende verursacht. Ohne schützende Karosserie sind sie stark gefährdet, verletzt zu werden – besonders an Armen, Beinen und am Kopf.

Alkohol ist die zweithäufigste Unfallursache bei Radfahrenden. Alkoholisierte Radfahrende, die an einem Unfall beteiligt sind, sind fast immer mit einem Alkoholwert über 1,1 Promille im Blut unterwegs. Bei diesem Wert gelten PKW-Fahrende als absolut fahruntüchtig. Sie machen sich strafbar, weil man davon ausgeht, dass niemand bei dieser Menge Alkohol noch sicher fahren kann.

Auch Radfahrende machen bereits ab 0,8 Promille grobe Fahrfehler. Das ergab eine Studie der Unfallforschung der Versicherung und des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf. Ab 1,0 Promille nehmen die Fehler dramatisch zu.

Trotzdem gelten Radfahrende erst ab 1,6 Promille als absolut fahruntüchtig. Sogar diese Grenze überschreiten die meisten: Noch die Hälfte der alkoholisierten Radfahrenden, die an einem Unfall beteiligt waren, hatte über 1,6 Promille Alkohol im Blut.

Auch das ist anders als bei Alkoholunfällen mit PKW: Radfahrende, die alkoholisiert in einen Unfall verwickelt sind, sind älter. Den höchsten Anteil haben die Altersgruppen zwischen 35 und 54 Jahren.