Unfälle

Jedes Opfer ist eins zu viel

Die gute Nachricht vorweg: In den vergangenen 40 Jahren ist die Zahl der Alkoholunfälle kontinuierlich gesunken. Trotzdem wurden im Jahr 2015 noch immer rund 16 700 Menschen bei einem Alkoholunfall verletzt, 256 Menschen starben.

Das heißt: Etwa jeder 14. Verkehrstote stirbt, weil ein Verkehrsteilnehmer zu viel Alkohol getrunken hat. Alkoholunfälle sind überdurchschnittlich schwer. Sie bringen viel Leid. Und sie müssten nicht sein.

Es sind vor allem junge Männer, die trotz Alkoholkonsums das Auto nicht stehen lassen können. Sie gehen häufig aus und trinken Alkohol in Discos, Kneipen oder auf Partys. Gleichzeitig überschätzen sie ihre Fahrfähigkeit und sind risikobereiter.

Die Folge: Alkoholisierte Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren sind mit Abstand am häufigsten an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. Mit zunehmendem Alter werden es kontinuierlich weniger.

Merklich seltener sind männliche Fahranfänger von 18 bis 20 Jahren an einem Alkoholunfall beteiligt. Das muss nicht wundern: Sie dürfen überhaupt keinen Alkohol trinken, wenn sie noch fahren wollen. Tun sie es dennoch, dann verursachen sie schon bei vergleichsweise niedrigen Promillewerten schwere Unfälle.

Gemessen an ihrer Gesamtzahl passieren die meisten Unfälle mit Personenschaden an Werktagen, wenn die Straßen voll sind, besonders häufig am Spätnachmittag. Bei Alkoholunfällen ist es umgekehrt: Über die Hälfte aller alkoholbedingten Unfälle geschehen am Wochenende, wenn die Straßen leer sind: abends, nachts oder am frühen Morgen.

So ereigneten sich die meisten Unfälle von 18- bis 24-Jährigen nach der Disco, von 25- bis 34-Jährigen nach einem Kneipenbesuch.

Statistisch gesehen sehen verringern Beifahrer das Unfallrisiko. Bei jungen Fahrern ist das nicht so. Vermutlich lassen sie sich vom Beifahrer ablenken. Wenn sie Alkohol trinken, beeinträchtigt das ihre Reaktionssicherheit zusätzlich. Bei 0,8 Promille ist eine Fahrt mit Beifahrer um das 2,5fache gefährlicher als eine Fahrt alleine.