Das HaLT-Projekt

HaLT steht für „Hart am Limit“ und ist ein Alkoholpräventionsprojekt, das aus zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Bausteinen besteht: dem reaktiven und dem proaktiven Projektbaustein.

Im reaktiven Projektbaustein werden Jugendliche nach stationär behandelter Alkoholvergiftung meist noch im Krankenhaus angesprochen. Hinzu kommt ein mehrstündiges Gruppenangebot, in dem weitere Auseinandersetzung mit dem riskanten Konsumverhalten stattfindet. Ergänzend gibt es den proaktiven Projektbaustein: eine kommunal verankerte Präventionsstrategie mit dem Ziel, Alkoholexzesse und schädlichen Alkoholkonsum im Vorfeld zu verhindern. Schlüsselbegriffe für diesen sind Verantwortung und Vorbildverhalten von Erwachsenen im Umgang mit Alkohol, die konsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes sowie eine breite Sensibilisierung der Bevölkerung.

Während der reaktive Baustein die Zielgruppe der riskant Alkohol konsumierenden Jugendlichen anspricht, wendet sich der proaktive Baustein vorwiegend an Erwachsene. HaLT beteiligt sich an der Aktionswoche „Alkohol – weniger ist besser!"

Die Aktion "Viele gute Gründe..."

An mittlerweile mehr als 120 Standorten in ganz Deutschland unterstützen HaLT-Fachkräfte Kinder und Jugendliche, die wegen einer schweren Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Diese Hilfe ist für die einzelnen Jugendlichen und ihre Eltern sehr wertvoll, die Arbeit mit Einzelnen jedoch kann die Ursachen von Alkoholmissbrauch in unserer Gesellschaft nicht nachhaltig beeinflussen. Deshalb wird dieser Ansatz der Frühintervention (HaLT-reaktiv) mit einer kommunal verankerten Präventionsstrategie kombiniert  (HaLT-proaktiv) ergänzt.

HaLT-proaktiv bindet mit seinem Multiplikatoren-Konzept Erwachsene in die lokale Präventionsarbeit ein. Die Übernahme von Verantwortung und Vorbildverhalten ist die Aufgabe der Erwachsenen. Die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und des Gaststättengesetzes und die Etablierung von Präventionsstandards bei der Planung von Festen, in Vereinen, in Schulen oder Einrichtungen der Jugendarbeit sind Verpflichtungen, die Erwachsenen obliegen.

Während in der öffentlichen Diskussion um Alkoholmissbrauch - gerade im Zusammenhang mit  „Komatrinken“ - vorwiegend Jugendliche im Fokus stehen, wird oft vernachlässigt, dass viele Erwachsene ähnlich riskante und schädliche Trinkmuster aufweisen. Zudem tragen Erwachsene eine ganz besondere Verantwortung. Sie prägen entscheidend, wie unsere Gesellschaft mit Alkohol umgeht. Durch ihr Trinkverhalten und wie sie über Alkohol reden, sind sie Vorbilder und Rollenmodelle für die junge Generation.

In bestimmten Situationen ist es für Erwachsene und Jugendliche dringend angeraten, ganz auf Alkohol zu verzichten, insbesondere im Straßenverkehr, in Ausbildung und Beruf, in Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten und für schwangere Frauen. Hinzu kommen viele weitere Gründe und Lebenslagen, in denen der maßvolle Konsum besonders angezeigt ist.

Das Ziel der Aktion ist, die Öffentlichkeit für die Risiken von (unangemessenem) Alkoholkonsum zu sensibilisieren. Menschen sollen dazu motiviert werden, den Blick auf die Vorteile von alkoholfreien oder alkoholarmen Zeiten und Situationen zu lenken. Um das Image eines verantwortungsbewussten Alkoholkonsums zu verbessern, werden die Beweggründe, die von den Menschen selbst genannt werden, präsentiert und damit einer breiten Öffentlichkeit in der Kommune bekannt gemacht.

HaLT-Standorte, aber auch andere interessierte Einrichtungen, sind eingeladen, sich mit dieser Veranstaltungsidee aktiv zu beteiligen. Nutzen Sie die Idee und unsere Materialien. Melden Sie dafür Ihre Veranstaltung an.

 

Was Sie tun können: konkrete Ideen und Hinweise

Die Aktion sollte an öffentlichen Plätzen stattfinden, z.B. in der Fußgängerzone, vor großen Einkaufszentren oder an Bahnhöfen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Ziel der Aktion ist die Anregung von Besuchern und Passanten, über das Thema nachzudenken und die ihnen wichtigen Gründe für maßvollen Alkoholkonsum zu sammeln.

Sprechen Sie rechtzeitig bekannte Persönlichkeiten aus Ihrer Kommune an und bitten Sie diese, Ihr Anliegen zu unterstützen. Lokalprominenz können Sie sehr gut in Ihre Aktion einbinden, indem diese als eine der ersten ihre „guten Gründe“ auf den Vorlagebögen zu Papier bringen. Es empfiehlt sich, zum Auftakt der Aktion die regionalen Medien einzuladen.

Halten Sie genügend Vorlagebögen in den unterschiedlichen Varianten und dicke Filzstifte bereit, damit es nicht zu Wartezeiten kommt. Wenn es nicht möglich ist, (Steh-)Tische aufzustellen, sollten Sie feste Schreibunterlagen griffbereit haben.  

Die gesammelten Antworten und Gedanken der Passanten werden dann so ausgestellt, dass sie von Anderen beim Vorübergehen leicht zu lesen sind. Auffällig ist zum Beispiel eine „Wäscheleine“, in Augenhöhe quer über den Marktplatz oder entlang einer Hauswand gespannt.

Um die Ziele der Aktion zu unterstreichen und die Inhalte zu vertiefen, können die „Empfehlungen für einen bewussten Umgang mit Alkohol“ verteilt werden.  Bitte versäumen Sie nicht, Ihre Aktion im Vorfeld mit dem Ordnungsamt Ihrer Kommune zustimmen, mit HaLT-Kooperationspartner/innen und gegegebenfalls weiteren Ansprechpartner/innen.


Kontakt:

Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention
Heidi Kuttler / Sabine Lang
Tel. 07621 / 914 909 0
E-Mail: heidi.kuttler@villa-schoepflin.de 
E-Mail: sabine.lang@villa-schoepflin.de

Materialien:

Gute Gründe – Wein, Bier, Longdrink, entweder vollfarbig oder farbsparend (bei Ausdruck über Farbdrucker)

» hier finden Sie unsere Materialien

Aktuelles

27.05.11 08:07

SWR berichtet in der "Landesschau" über die Aktionswoche

Auch der SWR produzierte für die Landesschau Rheinland-Pfalz einen längeren...

» zum Bericht

Weitere Themen und Materialien für Aktionen am Arbeitsplatz

• Risikoarmer, riskanter und schädigender Konsum von Alkohol

• Lösungsorientierte Intervention bei Suchtproblemen am Arbeitsplatz
Material: Broschüre „Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz – eine Praxishilfe für Personalverantwortliche“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. als pdf-Datei: » Broschüre Arbeitsplatz

• Rauchentwöhnung und Nichtraucherschutz
Materialien u.a. bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
» rauchfrei-info 
» Förderung des Nichtrauchens

• Illegale Drogen
Informationen unter » drugcom.de,
Informationen und Materialien der DHS:
» Suchtstoffe: Cannabis
» Suchtstoffe: Heroin
» Suchtstoffe: Kokain
» Suchtstoffe: Amphetamine

• Essstörungen
Broschüre der Niedersächsischen Landestelle für Suchtfragen:
Ess-Störungen am Arbeitsplatz. Eine Praxishilfe für Personalverantwortliche und Kolleginnen und Kollegen, Hg.: NLS, 2004 Broschüre DIN A5, 40 Seiten 4,00 €
» Materialien der NLS

• "Fit" am Arbeitsplatz mit Hilfe von Medikamenten?
Material u. a. in der Broschüre „Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz – eine Praxishilfe für Personalverantwortliche“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. als pdf-Datei: » Broschüre Arbeitsplatz