Ist Alkohol gesund?

Die 10 wichtigsten Regeln für den Umgang mit Alkohol

1.
Trinken Sie als Frau pro Tag nicht mehr als circa 0,3 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein/Sekt oder etwa 4 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut
oder Ähnliches).

Trinken Sie als Mann pro Tag nicht mehr als circa 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein/Sekt oder etwa 8 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches).

Diese Mengen der verschiedenen alkoholischen Getränke enthalten jeweils circa 12 beziehungsweise 24 Gramm reinen Alkohol. Unterhalb dieser Grenzwerte ist Alkohol in der Regel für gesunde, erwachsene Frauen und Männer risikoarm. Oberhalb der genannten Grenzen steigt das Risiko für eine Vielzahl gesundheitlicher Störungen und schwerer Erkrankungen sowie die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit deutlich an.
Für die verschieden hohen Grenzwerte für Frauen und Männer sind biologische Unterschiede verantwortlich: Bei gleichem Körpergewicht und gleicher getrunkener Menge erreicht der Alkoholgehalt im Körper der Frau einen um etwa 20 Prozent höheren Wert. Außerdem baut die weibliche Leber Alkohol langsamer ab, da sie weniger des hierfür benötigten Enzyms enthält.
Immer wieder ist zu hören, Alkohol habe auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. Doch nur ein sehr geringer Alkoholkonsum, wie etwa jeden zweiten Tag ein kleines Glas Bier oder Wein, senkt unter Umständen für Menschen im mittleren oder höheren Alter das Risiko, bestimmte Herzerkrankungen, insbesondere einen Herzinfarkt, zu erleiden. Weit zuverlässiger kann das Herzinfarktrisiko durch Sport oder Bewegung und eine fettarme Ernährung gesenkt werden.

2.
Vermeiden Sie es, sich zu betrinken.

Betrunkene sind für sich selbst und andere eine Gefahr:
• Bei jedem Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab.
• Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen können direkt durch einen schweren Rausch ausgelöst werden.
• Alkohol trägt oftmals zu Aggressivität und Gewalt gegen andere bei. Körperverletzung, Totschlag und Vergewaltigung, Kindesmisshandlung und Gewalt in der Familie gelten als alkoholtypische Straftaten.
• Alkoholisierte Frauen und Männer werden häufiger Opfer von Straftaten.
• Selbstverletzungen, Verbrennungen und Erfrierungen sind häufig die Folge von Trunkenheit.
• Die Unfallgefahr in allen Lebensbereichen ist für Betrunkene um ein Vielfaches erhöht.

3.
Bleiben Sie an zwei oder mehr Tagen pro Woche alkoholfrei.

Täglicher Konsum – egal welche Menge Sie trinken – bedeutet immer eine Gewöhnung. Es kann sich sogar eine Abhängigkeit entwickeln, die Ihre persönliche Freiheit einschränkt.

4.
Trinken Sie keinen Alkohol, wenn es auf Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und schnelle Reaktionen ankommt.

Das heißt: Kein Alkohol bei der Arbeit,  wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Sport treiben möchten. Denn volle geistige und körperliche Leistung ist nur bei 0,0 Promille möglich. Und auch geringe Mengen Alkohol erhöhen die Unfallgefahr in allen Lebensbereichen.

5.
Kein Alkohol in Kinderhand.

Kinder reagieren auf Alkohol sehr viel empfindlicher als Erwachsene. Bereits geringe Mengen, wie sie zum Beispiel zwei Esslöffel hochprozentiger Schnaps enthalten, können schwere Vergiftungen verursachen. Schon bei 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein kleines Kind bewusstlos werden, und zwar ohne vorher das für Alkohol typische Anfangshoch zu erleben.
Jeder absichtliche und wiederholte Alkoholkonsum durch Kinder ist ein Warnsignal und ein Grund, zum Beispiel bei einer Familien- oder Erziehungsberatungsstelle fachlichen Rat zu suchen.

6.
Der Alkoholkonsum Jugendlicher sollte deutlich unter den Grenzwerten für Erwachsene liegen.

Dass Jugendliche alkoholische Getränke kennen lernen möchten, ist normal. Je früher aber Kinder und Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, dass sie Alkohol später gewohnheitsmäßig trinken oder von ihm abhängig werden. Ein Rausch in jungen Jahren ist immer ein großes gesundheitliches Risiko. Organe können geschädigt, vor allem aber kann die Gehirnreifung beeinträchtigt werden.
Häufiger oder gar täglicher Konsum und Betrunkensein sind Warnsignale, auf die Eltern und andere Erwachsene reagieren sollten.

7.
Seien Sie als älterer Mensch besonders zurückhaltend mit Alkohol.

Die Fähigkeit des Körpers, Alkohol zu vertragen und abzubauen, sinkt mit zunehmendem Lebensalter. Vielfach wird im höheren Lebensalter zudem eine Dauereinnahme von Medikamenten notwendig, welche mit Alkohol in verhängnisvolle Wechselwirkungen treten können.
Eine Einschränkung problematischer Trinkmengen lohnt sich in jedem Alter! Meist verbessert sich innerhalb kurzer Zeit die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Auch körperliche oder organische Befunde (wie erhöhte Leberwerte oder eine Fettleber, Verdauungs- und Stoffwechselstörungen etc.) bessern sich bereits nach einer kurzen Zeit der Abstinenz deutlich.

8.
Leben Sie als Schwangere und in der Stillzeit alkoholfrei.

Trinkt eine schwangere Frau Alkohol, gelangt dieser durch die Plazenta zum Embryo und greift die Nerven und Organe des Kindes direkt an. Schwere körperliche und geistige Behinderungen (wie Herzfehler oder Entwicklungsstörungen des Gehirns) können die Folge sein. Einen Grenzwert, bis zu dem kein Risiko für das Kind besteht, gibt es nicht.
Auch in der Stillzeit ist alkoholfrei der bessere Weg. Alkohol geht in die Muttermilch über, und die Milch hat dann annähernd den gleichen Alkoholgehalt wie Blut und Gewebe der Mutter. Der Säugling kann Alkohol jedoch nur sehr schwer abbauen.

9.
Klären Sie jeweils, ob Sie trotz Einnahme eines bestimmten Medikaments Alkohol trinken dürfen.

Die Einnahme eines Medikaments und der Konsum von Alkohol schließen sich oft aus. Zum einen, weil Alkohol die gewünschte Wirkung des Medikaments beeinträchtigen oder sogar verhindern kann. Zum anderen kann es zwischen Medikamenten und Alkohol zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Das gilt auch für freiverkäufliche Mittel.
Ein besonderes Problem ist die Kombination von Alkohol und psychisch wirksamen Medikamenten wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder Psychostimulantien (anregende Mittel). Hier vervielfacht sich die betäubende oder anregende Wirkung in unter Umständen gefährlicher Weise.

10.
Prüfen Sie, ob bei Ihnen gesundheitliche Risiken und Belastungen für Alkoholfreiheit oder besondere Zurückhaltung beim Alkohol sprechen.

Chronische Krankheiten und gesundheitliche Risiken können selbst durch geringe Mengen Alkohol ungünstig beeinflusst werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Lebererkrankungen, insbesondere Hepatitis C
- Depressionen und andere psychische Erkrankungen.

Auch Abhängigkeitsprobleme eines nahen Verwandten sind ein Grund zu besonderer Zurückhaltung oder Abstinenz, da ein erblicher Einfluss bei der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit mittlerweile als sicher gilt.
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie weitere Informationen benötigen, oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle.

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Weniger ist besser: Gesundheitliche Schäden durch Alkohol


Es lässt sich leicht auf den Punkt bringen: In sehr geringen Mengen genossen, ist Alkohol für Erwachsene risikoarm; jedes Zuviel, jeder gewohnheitsmäßige oder missbräuchliche Konsum schadet der Gesundheit und macht abhängig.
Zur Erinnerung die Grenzwerte für einen verantwortungsvollen Alkoholgenuss:
Frauen sollten täglich nicht mehr als bei 12g reinen Alkohol zu sich nehmen, Männer nicht mehr als 24g reinen Alkohol. Als einfache Faustformel gilt:

• Trinken Sie als Frau pro Tag nicht mehr als 1 Standardglas Bier, Wein oder Schnaps (dies entspricht 0,3 Liter Bier oder 0,15 Liter Wein/Sekt oder etwa 4 cl einer Spirituose).

• Trinken Sie als Mann pro Tag nicht mehr als 2 Standardgläser Bier, Wein oder Schnaps (dies entspricht 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein/Sekt oder etwa 8 cl einer Spirituose).

Alkohol ist ein Zellgift. Abgesehen davon, dass er abhängig machen kann, ist er für circa 60 verschiedene Krankheiten und gesundheitliche Störungen verantwortlich. In Deutschland gibt es pro Jahr zwischen 42.000 und 74.000 Todesfälle, die direkt oder indirekt in Verbindung mit Alkohol stehen. Falsch ist die Ansicht, zu schweren gesundheitlichen Schäden könne es nur in Folge von Alkoholabhängigkeit kommen: Auch hoher gewohnheitsmäßiger Konsum birgt große Risiken und senkt die Lebenserwartung deutlich.

Leber und Bauchspeicheldrüse
In erster Linie nimmt die Leber Schaden. Hormonell bedingt baut die weibliche Leber Alkohol langsamer ab und ist deutlich anfälliger für alkoholbedingte Schädigungen.
– Fettleber
– Leberentzündung
– Leberzirrhose
– Leberkrebs

Gehirn
Gleichfalls besonders gefährdet ist das Gehirn. Jeder Rausch zerstört Millionen von Gehirnzellen. Zuerst leiden Gedächtnis- und Konzentrationsvermögen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, später die Intelligenz.
– Bleibende Gehirnschäden
– Persönlichkeitsveränderungen: Alkoholkranke werden z.B. unzuverlässig, reizbar, depressiv und übertrieben eifersüchtig
– Schlaganfall

Mundhöhle, Rachenraum, Speiseröhre
– erhöhtes Krebsrisiko

Herz-Kreislauf-System
Chronischer Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Herzmuskel- und Kreislauferkrankungen.
– Bluthochdruck: Zu hoher Blutdruck, der jeder ärztlichen Behandlung widersteht, kommt bei Akoholkonsumenten doppelt so häufig vor wie bei Menschen, die keinen Alkohol trinken.
– Deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

(weibliche) Brustdrüse
– erhöhtes Krebsrisiko

Bauchspeicheldrüse
Chronische und akute Entzündungen: Während Lebererkrankungen in der Regel schmerzfrei sind und man sie deshalb auch oft erst feststellt, wenn es zu spät ist, sind chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse äußerst schmerzhaft, wenn auch seltener als Lebererkrankungen.
- Erhöhtes Krebsrisiko

Nerven
– Nervenentzündung
– Nervenzellen sterben ab

Magen
– Magenschleimhautentzündung: Der Konsum von mehr als 30 - 40 Gramm Alkohol pro Tag, egal in welcher Form, führt oft zu Verletzungen der Magenschleimhaut oder, als Folge des Erbrechens, zu Magenblutungen. Auch die Schleimhaut des Dünndarmes wird oft geschädigt. Bestimmte wichtige Nährstoffe können nicht mehr aufgenommen werden. Es kommt zu erheblichen Mangelerscheinungen.

Enddarm
– Erhöhtes Krebsrisiko: Menschen mit erhöhtem Krankheitsrisiko, also mit einer entsprechenden eigenen Krankheits- oder Familienvorgeschichte von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Brustkrebs, sollten deshalb Alkohol eher meiden.

Hormonelle Störungen
– Störungen der Potenz und des sexuellen Erlebens: Durch zu viel Alkohol wird die Produktion der Sexualhormone schwer gestört. Beim Mann führt das oft zu Impotenz oder Hodenschrumpfung, zur Verweiblichung des Aussehens, zur Vergrößerung der Brustdrüsen und zur Schädigung des Samens.

Weitere gesundheitliche Folgen
– Erhöhte Infektionsanfälligkeit: Regelmäßiger und reichlicher Alkoholkonsum beeinflusst das Blut- und Immunsystem durch Vergiftung des Stoffwechsels, durch die mangelnde Versorgung mit wichtigen Nahrungsbestandteilen und Spurenelementen. Die Abwehr von Infektionskrankheiten ist deshalb herabgesetzt. Infektionen wie Lungenentzündung oder Tuberkulose treten häufig als Folge von Alkoholismus auf.
– Stoffwechselstörungen
– Hautveränderungen
– Übergewicht („Bierbauch“)

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Aktuelles

27.05.11 08:07

SWR berichtet in der "Landesschau" über die Aktionswoche

Auch der SWR produzierte für die Landesschau Rheinland-Pfalz einen längeren...

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Das Jugendschutzgesetz

Foto: Bredehorn.J/pixelio.de


Für den Verkauf und Konsum von Alkohol gilt nach dem Jugendschutzgesetz:

• Die Abgabe von Alkohol an unter 16-Jährige ist verboten.
• Auch der Konsum von Alkohol ist Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren in der Öffentlichkeit verboten.
• Unter 18-Jährige dürfen Getränke und Lebensmittel, die Branntwein enthalten, weder in der Öffentlichkeit konsumieren, noch dürfen diese Getränke an sie abgegeben werden. Dies gilt zum Beispiel für Schnaps, aber auch für alle branntweinhaltigen Mixgetränke wie sogenannte Alkopops.