Selbsthilfegruppen

Was erwartet Sie in einer Selbsthilfegruppe?

Menschen, denen es genauso geht wie Ihnen. Sie werden erleben, dass Sie nicht alleine sind mit ihrem Alkoholproblem. Allein das stärkt Ihnen bereits den Rücken.

Auch Partner, Kinder, Eltern und Freunde von Betroffenen brauchen Rückenstärkung. Sie sind in jeder Selbsthilfegruppe oder auch in einer speziellen Angehörigen-Selbsthilfegruppe willkommen. 

Nicht jeder Alkoholkranke benötigt eine stationäre Entwöhnungsbehandlung. Vielen verhilft bereits der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe in ein neues Leben ohne Alkohol. Auch nach einer ambulanten oder stationären Therapie ist der Besuch einer Selbsthilfegruppe wichtig, um dauerhaft alkoholfrei zu leben und um Rückfällen vorzubeugen.

Selbsthilfeorganisationen und -gruppen eröffnen Alkoholkranken die Chance auf ein unabhängiges Leben. Hier lernen sie, offen über Ihre Sorgen zu sprechen, ihre Probleme zu bewältigen und Krisen zu meistern. Keine Sorge: Alles, was innerhalb der Gruppe zur Sprache kommt, ist und bleibt vertraulich.

In Selbsthilfegruppen wird jede und jeder als die Person wertgeschätzt, die sie oder er ist. Alle gemeinsam verfolgen das Ziel, sich im Gespräch selbst zu helfen und zu entwickeln. Dabei stehen die Stärken und Fähigkeiten jedes Einzelnen im Mittelpunkt.

Durch die regelmäßige Teilnahme an den Gruppentreffen ergeben sich neue soziale Kontakte. Sie stabilisieren. Gemeinsame Freizeitaktivitäten verbessern das neue alkoholfreie Leben. Auch Rückfälle und Krisen fängt die Gruppe auf. 

Selbsthilfe- und Abstinenzorganisationen für Betroffene und ihre Angehörige gibt es seit weit über hundert Jahren. Der Kreuzbund zum Beispiel wurde 1896 vom katholischen Pfarrer Joseph Neumann in Aachen gegründet. In der Tradition der Mäßigkeits- und Abstinenzbewegung wirkte der Verband dem damals weit verbreiteten Elendsalkoholismus entgegen.

Auch die Guttempler blicken auf eine lange Geschichte zurück: Als „Independent Order of Good Templars“ wurde die Organisation 1851 in den USA begründet, in Deutschland gibt es die Guttempler seit 1889. Das Blaue Kreuz wiederum wurde 1877 in Genf ins Leben gerufen, im Jahre 1885 gründete Pfarrer Arnold Bovet den ersten deutschen Blaukreuzverein in Hagen/Westfalen.

Darüber hinaus gibt es weitere Selbsthilfegruppen, von denen Ihnen vielleicht die Anonymen Alkoholiker bekannt sind. Diese wurden 1935 gegründet, drei Jahre nach Abschaffung der Prohibition in Amerika. 

Heute gibt es Selbsthilfegruppen in jeder Stadt, in jeder Region und sie sind für alle offen. Manche sind speziell für Männer oder für Frauen gedacht, für alte oder junge Menschen oder für Angehörige. Alle Gruppen gestalten ihre Gesprächskreise und Aktivitäten selbstständig, so dass sie den Bedürfnissen der Gruppenmitglieder entsprechen. Die meisten Selbsthilfegruppen treffen sich einmal pro Woche abends, die Teilnahme ist kostenlos. 

Wenn Sie nicht in eine Gruppe gehen möchten/können, sondern den Austausch über das Internet bevorzugen, können Sie auch über Chats Kontakt zu anderen Betroffenen aufnehmen: A-Connect ist eine Plattform für Menschen mit Alkoholproblemen und deren Angehörige » www.a-connect.de/chat.php