Geschichte der Sucht-Selbsthilfe

Selbsthilfe- und Abstinenzorganisationen für Betroffene und ihre Angehörigen gibt es seit weit über hundert Jahren. Das Blaue Kreuz wurde 1877 in Genf ins Leben gerufen. Im Jahr 1885 gründete Pfarrer Arnold Bovet den ersten deutschen Blaukreuzverein in Hagen/Westfalen. 1902 führten interne Kontroversen dazu, dass ein weiterer Verband gegründet wurde. Beide Verbände mit den Namen Blaues Kreuz in der evangelischen Kirche sowie Blaues Kreuz in Deutschland haben den gleichen Ursprung. 

Auch die Guttempler blicken auf eine lange Geschichte zurück: Als „Independent Order of Good Templars“ wurde die Organisation 1851 in den USA begründet. In Deutschland gibt es die Guttempler seit 1889.

Der Kreuzbund  wurde 1896 vom katholischen Pfarrer Joseph Neumann in Aachen gegründet. In der Tradition der Mäßigkeits- und Abstinenzbewegung wirkte der Verband dem damals weit verbreiteten Elendsalkoholismus entgegen.

1956 entstanden die ersten Freundeskreise in Baden-Württemberg. Ehemalige Patientinnen und Patienten aus damaligen Heilstätten gründeten den „Freundesring der Abstinenzler“, der später bundesweit in Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe umbenannt wurde.

Innerhalb des Suchthilfesystems in Deutschland spielen die rund 5.100 Sucht-Selbsthilfegruppen der Mitgliedsverbände der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus gibt es weitere Sucht-Selbsthilfegruppen, etwa die Anonymen Alkoholiker. Diese wurden 1935 gegründet, drei Jahre nach Abschaffung der Prohibition in Amerika.