Gesundheit

Alkohol vergiftet Körperzellen. Immer.

Jedes Glas zu viel kann der Gesundheit schaden. Dieses Zuviel ist schnell erreicht. Und es ist ein Irrtum zu glauben, dass nur Alkoholabhängigkeit zu schweren Gesundheitsschäden führt. Alkoholkonsum ist immer riskant. Deshalb sollte möglichst wenig oder gar kein Alkohol getrunken werden.

In Deutschland sterben jedes Jahr viele Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum oder dem kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak.

Die wenigen vorliegenden Publikationen zu alkoholholbedingten Todesfällen in Deutschland weisen eine hohe Wahrscheinlichkeit der Unterschätzung auf. Denn: Erfasst werden meist nur jene Todesfälle, die sich zu 100% auf Alkoholkonsum zurückführen lassen. Dies sind beispielsweise die Diagnosen Alkoholabhängigkeitssyndrom oder Alkoholische Leberkrankheit.

Studien zeigen, dass mehr als 200 Erkrankungen durch Alkoholkonsum mitverursacht sind. Die Diagnosen, die allein auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind, machen daher nur eine Minderheit unter den jährlichen alkoholbedingten Todesfällen aus. Tatsächlich liegen die Zahlen der an oder mit Alkoholkonsum Verstorbenen höher. Aktuell lässt sich jedoch nicht beziffern, um wie viel höher. Eine frühere Schätzung aus dem Jahr 2002 ermittelte etwa 74.000 Todesfälle, die allein durch den Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht sind.

Alkohol wird vor allem über die Leber abgebaut. Deshalb schädigt überhöhter Alkoholkonsum die Leber besonders deutlich. Da die weibliche Leber hormonell bedingt den Alkohol langsamer abbaut, treten die Schäden bei Frauen meist früher auf: Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose bis hin zum Leberkrebs.

Auch an der Bauchspeicheldrüse kann hoher Alkoholkonsum zu akuten und dauerhaften Entzündungen führen. Zudem steigt das Krebsrisiko.

Regelmäßig überhöhter Alkoholkonsum vermindert die Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit, die Kritik- und Urteilsfähigkeit und später die Intelligenz dauerhaft. Die Gehirnschäden können die Persönlichkeit verändern. Alkoholkranke werden zum Beispiel unzuverlässig, reizbar, depressiv und eifersüchtig.

Nervenzellen sterben nicht nur im Gehirn ab, sondern auch im peripheren Nervensystem, das bis in die Zehenspitzen reicht. Alkoholmissbrauch kann zu Nervenentzündungen führen. 

Chronischer Alkoholkonsum führt häufig zu Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelentzündungen und Bluthochdruck. Alkoholkonsumenten leiden doppelt so häufig wie Nichttrinker unter zu hohem Blutdruck, der jeder ärztlichen Behandlung widersteht. Damit steigt ihr Risiko deutlich, einen Schlaganfall zu erleiden.

Schon während man Alkohol trinkt, greift Alkohol Zellen im Mund- und Rachenraum an. Bei regelmäßigem und überhöhtem Konsum steigt das Krebsrisiko. Es erhöht sich deutlich, wenn zusätzlich geraucht wird.

Schon täglich zwei kleine Gläser Bier oder Wein lassen das Brustkrebsrisiko steigen. Regelmäßiger hoher Konsum erhöht es um das 1,5 fache.

Dauerhafter Alkoholkonsum erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Menschen mit einer Krankheits- oder Familienvorgeschichte von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sollten Alkohol meiden.

Alkohol führt zu Übelkeit und Erbrechen. Regelmäßig zu viel Alkohol kann die Magenschleimhaut entzünden. Der Konsum von mehr als 30 - 40 Gramm Alkohol pro Tag führt oft zu Verletzungen der Magenschleimhaut oder - als Folge des Erbrechens - zu Magenblutungen. Oft wird auch die Schleimhaut des Dünndarmes geschädigt. So kann sie wichtige Nährstoffe wie etwa Vitamine oder Mineralien nicht mehr aufnehmen. Die Folge sind Mangelerscheinungen.

Durch zu viel Alkohol wird die Produktion der Sexualhormone schwer gestört. Beim Mann führt das oft zu Impotenz. Die Hoden schrumpfen, der Samen wird geschädigt und die Brustdrüsen vergrößern sich.

Alkohol ist kalorienreich. Der Bierbauch wächst auch bei Wein, Schnaps und Cocktails.