Gewalt

Alkohol begünstigt Gewalt

Warum ein Mensch gewalttätig wird und ein anderer nicht, ist nicht einfach zu erklären. Gewalt hat immer mehrere Ursachen. Sicher ist: Alkohol erhöht das Risiko, Gewalttäterin bzw. -täter oder Gewaltopfer zu werden.

Gewalt umfasst körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt. Sie reicht von Beschimpfungen und Demütigungen, sexuellen Übergriffen bis zur Körperverletzung mit Todesfolge. 

Alkohol führt zu Kontrollverlust

Alkohol greift Hirnzellen an und führt dazu, dass bestimmte Botenstoffe vermehrt ausgeschüttet werden. Einer dieser Botenstoffe hemmt das Stirnhirn. Es ist daran beteiligt, Handlungen zu planen, Situationen zu beurteilen, Probleme zu lösen, Gefühle zu verarbeiten und Impulse zu kontrollieren. Alkohol schränkt diese Kontrolle ein.

Gleichzeitig gewinnt das limbische System an Einfluss. Das ist der Ort, an dem Gefühle wie Lust, Angst oder Wut entstehen. So kann es zum Beispiel passieren, dass Gesten und Signale falsch interpretiert werden, sich jemand bedroht oder provoziert fühlt. Gleichzeitig kann Alkohol enthemmen, ein Machtgefühl verstärken und Gefühle ausbrechen lassen. 

Gewalt in der Familie unter Alkoholeinfluss

Die Gewalt in Partnerschaften steht bei häuslicher Gewalt oft im Fokus. Jedoch ist partnerschaftliche Gewalt nur ein Aspekt von häuslicher Gewalt. Jedes Alter und Geschlecht kann zu Hause Gewalt erleiden, fast jedes Alter und jedes Geschlecht kann Gewalt ausüben.

Gewaltopfer sind alkoholgefährdet

Menschen, die immer wieder gedemütigt und misshandelt werden, sind in Gefahr, selbst alkoholabhängig zu werden. Möglicherweise nutzen sie den Alkohol wie ein Medikament:  Zur Beruhigung, Unterdrückung von Angst und/oder Steigerung der Leidensfähigkeit.

Jedes 3. Kind aus suchtbelasteten Familien erleidet Gewalt

In Deutschland wachsen etwa 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in suchtbelasteten Familien auf. Das sind etwa 18% aller Kinder und Jugendlichen.

Jedes Dritte dieser Kinder erlebt regelmäßig Gewalt – direkt oder indirekt. Sie sind Zeugen, wenn ihre Mütter oder Geschwister bedroht und verletzt werden oder sie sind selbst Opfer emotionaler, körperlicher und sexueller Gewalt.